Kleidung umhüllt einen Großteil unserer Haut fast ununterbrochen Tag und Nacht und wirkt auf sie ein, es kommt zu Wechselwirkungen. Schon deshalb sollten wir der Wahl der Stoffe / Kleidung kritisch vorgehen.
Denn Mode und Industrie sind sehr erfinderisch. Immer neue Textilien werden hergestellt und mit immer mehr Chemikalien behandelt, um diverse Trageeigenschaften zu erreichen. Auch Naturfasern werden mit den verschiedensten, teils giftigen Stoffen behandelt.
Die Ausgangsstoffe für unsere Textilien lassen sich in folgende Kategorien aufteilen:
| Naturfaser | Chemiefaser | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bei den Naturfasern handelt es sich um nachwachsende Rohstoffe,
wir unterscheiden pflanzliche oder tierische Fasern.
Von den Vereinten Nationen (UN) wurde 2009 zum Jahr der Naturfaser erklärt.
Mit dieser Entscheidung sollen Effektivität und Nachhaltigkeit des
Wirtschaftszweiges Naturfaserindustrie, in dem Millionen Menschen,
vor allem in ärmeren Ländern arbeiten, gestärkt werden.
Auch soll der Anbau und Verwendung von Jute, Hanf,
Bambus und Kokosnuss als Kleiderstoff gefördert werden.
Die Chemiefasern dagegen werden ausschließlich auf Basis nicht nachwachsender Rohstoffe gewonnen.
Einerseits die rein synthetisch hergestellten Chemiefasern auf Basis von Erdölprodukten
und Chemiefasern auf Basis von Zellulose.
Ihre Herstellung bedingt teilweise toxische Ausgangs- und Zwischenprodukte
und den Einsatz von schwermetallhaltigen Katalysatoren und giftigen Lösungsmitteln.
Während des Produktionsprozesses werden Schadstoffe jeglicher Art an die Umwelt abgegeben.
Chemiefasern nehmen bei der Bekleidung den Spitzenplatz ein.
Das liegt vor allem daran, daß bei einer Änderung der Ausgangsstoffe,
des Herstellungsprozesses und durch diverse Nachbehandlungen die
wünschenswerten Eigenschaften gewissermaßen konstruiert werden können.
Aber auch die Baumwollpflanze, allgemein als die Pflanze mit dem "Öko-Image" bekannt,
verursacht Umweltschäden, verbunden mit sozialen Problemen, in beachtlichen Ausmaßen.
link: http://www.nabu.de/themen/gentechnik/verbraucherschutz/10568.html
Allein auf die Baumwolle entfallen etwa 25 % der weltweit eingesetzten Insektizide und etwa 11 % der Pestizide. Hinzu kommt ein enormer Wasserverbrauch!
Verlierer sind die Baumwollbauern (als Kreditschuldner), die Bevölkerung (Auswirkungen der Umweltschäden) und die Natur (Versalzung der Böden etc.). Gewinner sind die Vermarkter, die Saatgutunternehmen und der Einzelhandel.
Damit unsere Textilien ihren Verwendungszweck erfüllen und in Griff, Optik, Aussehen und Gebrauchsverhalten die gewünschten Eigenschaften aufweisen, werden die Rohfasern speziell bearbeitet. Auch hier kommen vielfältige Chemikalien zum Einsatz.
Außerdem gibt es noch folgende Behandlungsmöglichkeiten:
Die Vielzahl der Label verwirrt den Konsumenten. www.label-online.de Gütesiegel (Labels) geben Aufschluß darüber, ob und inwieweit ein Produkt oder Unternehmen ökologische und / oder soziale Mindeststandards einhält. Die Erteilung eines Labels sollte Umwelt-, Gesundheits- und soziale Kriterien beinhalten. Hier einige Label:
Der Öko-Tex Standard 100, ist das
bekannteste und am meisten verwendete Textillabel.
Die fertigen Kleidungsstücke werden auf einzelne Schadstoffe untersucht.
Grenzwerte für Chemikalien und Pestizide sind unwesentlich niedriger als vom Gesetzgeber vorgegeben.
Unberücksichtigt bleiben Produktionsbedingungen und soziale Kriterien!
Der Öko-Tex Standard 1000 ist ein
Zertifizierungssystem.
Hier wird das Unternehmen, also die Produktionsbedingungen der gesamten Produktionskette
bei der Textilherstellung
(z. B. Abwasser-/Abluftreinigung, Lärmgrenzen, Arbeitsschutz, Kinderarbeitsverbot) überprüft.
Erfüllt das Unternehmen den Öko-Tex Standard 1000 und bestehen seine Produkte
den Öko-Tex Standard 100, können diese das Öko-Tex Standard 100plus Zeichen tragen,
d. h. sie sind schadstoffgeprüft und umweltfreundlich hergestellt.
IVN zertifiziert NATURTEXTIL (Internationaler Verband der
Naturtextilwirtschaft e. V.)
Das vielleicht wichtigste deutsche und europäische Label.
Gut 70 Unternehmen haben sich hier zusammengeschlossen. Zu ihrer Unternehmensphilosophie
gehört der Schutz unserer Umwelt ebenso wie die soziale Verantwortung, hohe Produktqualität
sowie Verbraucherschutz.
Dieses Öko-Label dürfen nur solche Produkte tragen,
die garantiert aus Naturfasern aus kontrolliert ökologischen Anbau stammen bzw.
kontrolliert biologischer Tierhaltung stammen. Hier werden die Umweltverträglichkeit
während des ganzen Produktionsprozesses (Anbau der Fasern bis zum fertigen Produkt)
und auch soziale Kriterien bewertet.
Ecoproof
Kennzeichnet Textilien, die umweltschonend und sozialverträglich produziert werden.
Der Baumwollanbau muß nach ökologischen Kriterien erfolgen. Verbot von Chlorbleiche und
Azo-Farbstoffen. Einhaltung festgelegter Grenzwerte bei Schwermetallen, Pestiziden,
Formaldehyd und chlorierten Phenolen. Soziale Standards (keine Kinderarbeit) werden gefordert.
Das Ecoproof-Zeichen steht für anspruchsvolle ökologische
Produkt- und Produktionsstandards, sowie für soziale Standards entlang der textilen Kette.
Das Europäische Umweltzeichen - die "EU-Blume" - für Textilien basiert vor allem
auf ökologischen und gesundheitlichen Aspekten, die über gesetzliche Vorschriften hinausgehen.
Sie berücksichtigen u. a. die eingesetzten Fasern und Hilfsstoffe sowie das Endprodukt.
Bei Antragstellung prüft eine unabhängige Stelle die Einhaltung der Kriterien,
spätere Kontrollen können unangekündigt folgen.
Fairtrade - dieses international verbreitete
Soziallabel kennzeichnet zahlreiche
Produkte verschiedenster Produktgruppen.
Es steht für Existenzsicherung (Kleinbauern werden gezielt gestärkt),
Verbot von Kinderarbeit, langfristige Lieferverträge, Unterstützung für Sozialprojekte etc.
Zunehmend erfüllen die Produkte auch hohe ökologische Anforderungen.
http://www.transfair.org/produkte/baumwolle/wissenswertes.html#c660
Das PURE WEAR - Zeichen ist eine Eigenmarke der Otto GmbH. Es
kennzeichnet schadstoffgeprüfte Textilien mit einem Mindestanteil von 50% kontrolliert
biologisch angebauter Baumwolle. Zusammensetzung: mind. 50% Baumwolle aus zertifiziertem,
kontrolliert biologischem Anbau, max. insgesamt 50% Modal, Lycocell, Elastan, Leinen, Seide,
Schurwolle, Viskose Grenzwerte für bestimmte Stoffe
(z.B. Formaldehyd; Metalle wie Blei, Nickel; Pestizide wie DDT, Heptachlor;
Phenole wie Pentchlorphenol; chlororganische Carrier; zinnorganische Verbindungen wie MBT;
verbotene Arylamine).
Das war ein sehr kurzer Ausflug in die Labelwelt. Daraus ist ersichtlich,
daß unbedingt ein weltweit einheitliches Öko-Label für Textilien gebraucht wird
und zwar mit einer Gewährleistung "vom Acker" bis "zum Schrank" einschließlich für Knöpfe und
Verzierungen, denn die derzeitige Labelvielfalt verunsichert den Käufer zu recht
Ökologische Kleidung heißt auch, dass die einmal gekaufte Kleidung lange getragen wird
und nicht aus z. B. Modegründen schon bald wieder entsorgt wird.
Man sollte sich mit "seiner" Kleidung identifizieren und nicht fortwährend nach Neuem streben.
Es sollte sich immer die Frage gestellt werden: Brauche ich das wirklich?
http://marktcheck.greenpeace.at/4843.html
Beispiel für die "Textile Kette": Vom Baumwollstrauch zur Altkleiderverwertung
http://www.agendakids.muc.kobis.de/kl2_t2s5.htm
Manches Kleidungsstück hat eine 19.000 Kilometer - Reise hinter sich, bevor es über die Ladentheke wandert.
Die chemische Keule ist von Anfang an dabei.
Am Beispiel von Jeans sieht der Weg etwa folgendermaßen aus:
Leder ist seit Jahrtausenden als Bekleidungsmaterial und Werkstoff in Gebrauch,
zeichnet sich durch luftdurchlässige Struktur, weitgehende Wasserabstoßung
und Wärmeisolationsvermögen bei relativ guter Festigkeit aus.
Es kann 28 % seines Gewichts an Wasserdampf adsorbieren und wieder abgeben.
Leder wird Gerbung durch Gerbung aus Tierhaut gewonnen.
Wir unterscheiden pflanzliche Gerbung und Mineralgerbung (Chromgerbung).
Letztere wird heute meistens (ca.80 % des Leders) angewendet.
Die Chromgerbung ist die schnellste und billigste Gerbmethode.
Sie kann in höheren Konzentrationen Allergien auslösen
(z. B. durch Schwitzen und direkten Hautkontakt).
Abwässer und Produktionsabfälle können Böden und Wasser erheblich schädigen.
Mit einer Belastung von 50 g Chrom pro kg Leder zählt es zum Sondermüll!
Die pflanzliche Gerbung ist erheblich zeitaufwändiger.
Hier reifen die Tierhäute in der sog. "Lohe" (Lauge aus diversen Pflanzenextrakten).
Sie belastet Mensch und Umwelt aber weit weniger.
80 Prozent der pflanzlichen Gerbstoffe verbleiben im Leder;
die restlichen abgeführten Gerbstoffe können vollständig biologisch abgebaut werden.
Dieses Label gilt für Schuhe und Lederwaren. Die Prüfkriterien umfassen:
SG - Schadstoffgeprüft basiert auf gesundheitlichen Aspekten, Anforderungen an den Produktionsprozeß werden nicht gestellt. Die Kriterien beziehen sich auf das fertige Produkt.
Wenn das Kleidungsstück lange genug getragen oder dem modischen Outfit nicht mehr entspricht,
beginnt die Entsorgung. Die Verbraucher geben die Kleidungsstücke in Second Hand-Läden
oder in die Altkleidersammlung.
Schätzungsweise werden in Deutschland 600.000 Tonnen ausrangierte Textilien erfasst.
Damit entstehen Probleme, die kaum jemanden bewusst sind.
Laut FairWertung geht nur ein Bruchteil der Altkleider kostenlos an Bedürftige.
Der größte Teil des Sammelguts wird verkauft und wird damit zum Bestandteil des
kommerziellen Textilrecyclings. Organisationen,
die Sammlungen mit dem FairWertungs-Siegel durchführen, bürgen dafür gemeinnützig,
transparent und fair zu arbeiten.
Deshalb der Tipp:
Vertrauen Sie Ihre Altkleidung nicht irgendwelchen kommerziellen
Händlern an sondern informieren Sie sich über die Kleidersammlungen.
Das FairWertungs-Siegel gibt dabei Sicherheit.